Pseudogetreide: Amaranth, Buchweizen und Quinoa

Die Körner der Pseudogetreide sind den Körnern der klassischen Getreidesorten sehr ähnlich. Auch ihre Verwendung in der Küche ähnelt dem des Getreides. Da sie glutenfrei sind, stellen Amaranth, Quinoa und Buchweizen besonders für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit, eine gute Alternative zu Weizen und Co. dar. Alle Pseudogetreide eignen sich nur bedingt zum Backen, da ihnen das nötige Klebereiweiß Gluten fehlt. Der Handel bietet jedoch Mischungen mit Weizen-, Roggen oder Dinkelmehl an. Als Beimischung in Müslis sind sie hervorragend geeignet. Amaranth, Quinoa und Buchweizen zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Proteinen, Mineralien, Vitaminen und Ballaststoffen aus.

Amaranth - das Powerkorn

Amaranth, eine der ältesten KulturpflanzenAmaranth ist zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Biologisch gesehen gehört es zu den Fuchsschwanzgewächsen. Die Samen sind kleiner als Senfkörner und sandfarbig. Sie haben einen leicht süßlichen und nussigen Geschmack. In 100 Gramm Amaranth stecken bis zu 18 Gramm Eiweiß. Die Proteine haben eine hohe biologische Wertigkeit. Insbesondere die Aminosäure Lysin ist im Vergleich zu anderen Getreidearten in größerer Menge enthalten. Die Körner sind glutenfrei und daher auch für Glutenallergiker geeignet. Amaranth ist sehr gut verträglich und leicht verdaulich und enthält (wie Quinoa) viele Mineralien und Spurenelemente. Dazu gehören u.a. Eisen, Magnesium und Kalzium. Auch die Vitamine B1 und E sind enthalten.

Der Fettanteil beträgt 8 bis 9 Prozent. Die Fettsäuren sind überwiegend ungesättigt. Der Kohlenhydratanteil beträgt ca. 55 Prozent und ist somit wesentlich geringer als bei den herkömmlichen Getreidesorten. Zudem ist der Anteil an Ballaststoffen sehr hoch.

In welcher Form gibt es Amaranth?

Im Naturkosthandel werden neben den ganzen Samen auch Produkte mit Amaranth angeboten. Dazu gehören Kekse und Riegel. Die kleinen Körner sind auch in gepuffter Form erhältlich und eignen sich durch ihren aromatischen Geschmack ausgezeichnet zur Beigabe im Müsli.

Quinoa - der Eiweißlieferant

Quinoa- das UrkornQuinoa ist kein Getreide. Die Pflanze gehört zur Gattung der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) und ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie stammt ursprünglich aus Peru. Für die Inkas war Quinoa ein Hauptnahrungsmittel. Mit bis zu 22 Prozent Eiweißanteil gehört Quinoa zu den proteinreichen pflanzlichen Nahrungsmitteln. Der Fettanteil liegt bei ca. 5 bis 6 Prozent. Die Fettsäuren sind zu 99 Prozent ungesättigt. Zudem enthält Quinoa viele Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Eisen und Zink sowie Vitamin E und Vitamine der B-Gruppe.
Quinoa ist glutenfrei und kann somit auch von Menschen mit Zöliakie oder bei Überempfindlichkeit auf Weizen verzehrt werden.

Die Quinoa-Pflanzen wachsen in den Hochlagen von Südamerika bis in eine Höhe von ca. 4000 Metern. Sie bilden etwa hirsegroße Samen von weißer, gelber bis rotbrauner Farbe. Neben den Samen sind auch die Blätter zum Verzehr geeignet.

In welcher Form gibt es Quinoa?

Der Naturkosthandel und Reformhäuser bieten die reinen Quinoasamen an. Diese können gekocht und als Beilage verzehrt werden. Als Flocken oder als gepuffte Körner kommt der Quinoasamen auch im Müsli zum Einsatz. Kurz angeröstet kann Quinoa auch Salate und Gemüse verfeinern.

Buchweizen - das Korn aus Asien

Buchweizen das Korn aus AsienBuchweizen stammt ursprünglich aus Zentralasien und gehört zur Familie der Knöterichgewächse. In China und Russland ist Buchweizen ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Seit dem Mittelalter wird die Pflanze auch in vielen Teilen Europas angebaut. Buchweizen ist glutenfrei und enthält viele Kohlenhydrate. Der Eiweißgehalt liegt bei rund 10 Prozent. Aufgrund seiner Aminosäurenzusammensetzung ist es von hoher biologischer Wertigkeit. Das Eiweiß ist besonders reich an Lysin, einer essentiellen Aminosäure. Die ungeschälten dunkelbraunen Körner sind dreieckig. Da die harte Schale nicht verwertbar ist, müssen die Körner geschält werden.

Buchweizen ist gut bekömmlich, hat einen recht hohen Eisengehalt und liefert Kalium, Jod, Zink, Magnesium sowie die Vitamine B1, B2 und B6. Die für Haut und Haare wichtige Kieselsäure ist ebenfalls in nennenswerten Mengen enthalten. Die Fettsäuren sind zu ca. 50 Prozent ungesättigt.

In welcher Form gibt es Buchweizen?

Buchweizen wird zu Grütze, Mehl oder auch Grieß weiterverarbeitet. Das Mehl wird gerne für Buchweizen-Pfannkuchen verwendet. Die bekannten amerikanischen “Pancakes” werden ebenfalls aus Buchweizenmehl gebacken. Im Naturkosthandel finden Sie neben den puren Körnern und Mehl auch Buchweizenflakes, Müslis mit Buchweizen und Nudeln mit Buchweizen.

Nährwerte verschiedener Pseudogetreide

pro 100 Gramm Kohlenhydrate Eiweiß Fett Ballaststoffe
Amaranth 55 - 62 g 14 - 18 g 8 - 9 g 6 - 7 g
Quinoa 60 - 63 g 13 - 22 g 5 - 6 g 6 - 7 g
Buchweizen / -flakes 72 - 79 g 9 - 11 g 1,5 - 2 g 6 - 7 g

 

Die Nährwerte sind abhängig vom Anbaugebiet und der Intensität der Verarbeitung.

 




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